
Erlebnispädagogik bietet mit dem ganzheitlichen Ansatz, in dem Denken, Fühlen und Handeln des Menschen gleichzeitig angesprochen werden, ein Konzept, in dem das Lernen im Zentrum der päda-gogischen Zielsetzung steht. Dieser Lernprozess bietet die Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung durch:
• Reflexion des eigenen Rollenverhaltens in außergewöhnlichen Situationen
• Die Annahme von Herausforderungen und den Umgang mit persönlichen Grenzen
• Die eigene Rolle in Gruppensituationen erleben und reflektieren
• Die Ausprägung von differenzierten Eindrücken durch die Erfahrung der Spiegelung des eigenen Erleben
• Das Erkennen von Visionen, der Formulierung von Zielen, und der Festlegung von ersten Schritten
Neben theoretischen Grundlagen wird der Schwerpunkt der Veranstaltung praktische Orientierungs-angebote umfassen. Dabei sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik vermittelt sowie die Übertragbarkeit in den Pädagogischen Alltag aufgezeigt bzw. diskutiert werden. Eine be-sondere Aufmerksamkeit erhalten Fragen zur methodischen Gestaltung der Angebote, zur Unfallver-hütung und zu den Möglichkeiten der Reflexion.
Inhalte der Fortbildung sind
• Einführung: Theoretische Grundlagen und wichtige Merkmale der Erlebnispädagogik; Kennenlern- und Interaktionsspiele
• Teamkooperation: Anwendung von Teamtrainingsaufgaben; Methodik, Didaktik und Reflexion von Teamkooperationsangeboten
• Kreativität, Wahrnehmung und Ausdrucksvermögen: Handlungsorientierte spielerische Auseinan-dersetzung; Förderung von Fantasie und Kommunikation; Differenzierte Wahrnehmung durch die Erfahrung der Spiegelung des eigenen Erlebens
• Erweiterte Sinneserfahrung: Auseinandersetzung mit akustischen Wahrnehmungs- und Kommuni-kationswegen; Musikalische Ausdrucksformen; Angebote zur Sensibilisierung von verschiedenen Sinnen
• Klettern, Kanu- und Kajakfahren, Höhlenbefahrung: Einführung in die unterschiedlichen Angebo-te, Sicherungstechniken, Umgang mit persönlichen Grenzen, Methodik und Didaktik der Ange-botsgestaltung
• Rope Parcours: Einführung in die methodische Arbeit mit hohen und niederen Seilelementen; Ma-terial und Knotenkunde; Sicherungstechniken an verschiedenen Elementen
• Lernen durch Aktion und Reflexion: Vorstellung verschiedener Reflexionsmethoden; Reflexion von persönlichem Verhalten in Gruppensituationen; Analyse von Eigen- und Gruppenprozessen; Auslo-ten von Möglichkeiten der pädagogischen Umsetzung in die Praxis der Teilnehmenden
Besondere körperliche Voraussetzungen oder Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen sind nicht erforder-lich.
Die Fortbildung (Februar bis November 2009) umfasst fünf Wochenenden und eine dreitägige Kurs-einheit, außerdem fünf Tage im französischen Jura, einen angeleiteten Seminartag zur kollegialen Be-ratung, sowie die Ausarbeitung und Präsentation eines praxisbezogenen Projekts; insgesamt 19 Fort-bildungstage mit 228 Lehreinheiten.
Zielgruppe: Alle, die Erlebnispädagogik als professionelles Instrumentarium zur Erweiterung ihrer be-ruflichen Handlungsfähigkeit einsetzen wollen, z.B. MitarbeiterInnen der offenen und stationären Kinder- und Jugendarbeit, aus Einrichtungen der Behindertenhilfe; Lehrkräfte aus allen Schulbereichen und der Erwachsenenbildung
Leitung: Norbert Frank, Dipl. Päd., Bildungsmanager (Ansprechpartner) Gerhard Ernst, Dipl. Pädagoge, Dipl. Sozialarbeiter Erlebnispädagoge; Susanna Kettl, Dipl. Sozialpädagogin (Musik- und Bewegungs-erziehung), Theaterpädagogische Spielleiterin
Weitere Auskünfte und Anmeldung: Landesakademie für Jugendbildung, Postfach 1240, 71256 Weil der Stadt, Tel. 07033/5269-0, Mail: info@jugendbildung.org, kostenfreie Info-Veranstaltung am 13.12.08 (13-16.30 Uhr)
Eine detaillierte Beschreibung der Inhalte, des Ablaufs, der Termine und den genauen Konditionen kann bei der Landesakademie angefordert und unter www.jugendbildung.org abgerufen werden.



