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Erlebnispädagogik - ein pädagogischer Prozess
hinzugefügt: 9-06-2008
Zielsetzung dieser Fortbildung, die von der Landesakademie für Jugendbildung in Weil der Stadt und dem Eisbär e.V. veranstaltet wird, ist die direkte und praxisbezogene Anwendung der erlebnispädagogischen Methode in allen Bereichen der Pädagogik, der Sozialarbeit und der Erwachsenenbildung. Neben der Vermittlung von Techniken und Methodenkenntnissen werden Reflexionsgespräche und das Ausloten von Möglichkeiten des Transfers in das jeweilige Praxisfeld einen Schwerpunkt der Ver-anstaltungen bilden.
Erlebnispädagogik bietet mit dem ganzheitlichen Ansatz, in dem Denken, Fühlen und Handeln des Menschen gleichzeitig angesprochen werden, ein Konzept, in dem das Lernen im Zentrum der päda-gogischen Zielsetzung steht. Dieser Lernprozess bietet die Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung durch:
• Reflexion des eigenen Rollenverhaltens in außergewöhnlichen Situationen
• Die Annahme von Herausforderungen und den Umgang mit persönlichen Grenzen
• Die eigene Rolle in Gruppensituationen erleben und reflektieren
• Die Ausprägung von differenzierten Eindrücken durch die Erfahrung der Spiegelung des eigenen Erleben
• Das Erkennen von Visionen, der Formulierung von Zielen, und der Festlegung von ersten Schritten

Neben theoretischen Grundlagen wird der Schwerpunkt der Veranstaltung praktische Orientierungs-angebote umfassen. Dabei sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik vermittelt sowie die Übertragbarkeit in den Pädagogischen Alltag aufgezeigt bzw. diskutiert werden. Eine be-sondere Aufmerksamkeit erhalten Fragen zur methodischen Gestaltung der Angebote, zur Unfallver-hütung und zu den Möglichkeiten der Reflexion.

Inhalte der Fortbildung sind
• Einführung: Theoretische Grundlagen und wichtige Merkmale der Erlebnispädagogik; Kennenlern- und Interaktionsspiele
• Teamkooperation: Anwendung von Teamtrainingsaufgaben; Methodik, Didaktik und Reflexion von Teamkooperationsangeboten
• Kreativität, Wahrnehmung und Ausdrucksvermögen: Handlungsorientierte spielerische Auseinan-dersetzung; Förderung von Fantasie und Kommunikation; Differenzierte Wahrnehmung durch die Erfahrung der Spiegelung des eigenen Erlebens
• Erweiterte Sinneserfahrung: Auseinandersetzung mit akustischen Wahrnehmungs- und Kommuni-kationswegen; Musikalische Ausdrucksformen; Angebote zur Sensibilisierung von verschiedenen Sinnen
• Klettern, Kanu- und Kajakfahren, Höhlenbefahrung: Einführung in die unterschiedlichen Angebo-te, Sicherungstechniken, Umgang mit persönlichen Grenzen, Methodik und Didaktik der Ange-botsgestaltung
• Rope Parcours: Einführung in die methodische Arbeit mit hohen und niederen Seilelementen; Ma-terial und Knotenkunde; Sicherungstechniken an verschiedenen Elementen
• Lernen durch Aktion und Reflexion: Vorstellung verschiedener Reflexionsmethoden; Reflexion von persönlichem Verhalten in Gruppensituationen; Analyse von Eigen- und Gruppenprozessen; Auslo-ten von Möglichkeiten der pädagogischen Umsetzung in die Praxis der Teilnehmenden

Besondere körperliche Voraussetzungen oder Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen sind nicht erforder-lich.

Die Fortbildung (Februar bis November 2009) umfasst fünf Wochenenden und eine dreitägige Kurs-einheit, außerdem fünf Tage im französischen Jura, einen angeleiteten Seminartag zur kollegialen Be-ratung, sowie die Ausarbeitung und Präsentation eines praxisbezogenen Projekts; insgesamt 19 Fort-bildungstage mit 228 Lehreinheiten.

Zielgruppe: Alle, die Erlebnispädagogik als professionelles Instrumentarium zur Erweiterung ihrer be-ruflichen Handlungsfähigkeit einsetzen wollen, z.B. MitarbeiterInnen der offenen und stationären Kinder- und Jugendarbeit, aus Einrichtungen der Behindertenhilfe; Lehrkräfte aus allen Schulbereichen und der Erwachsenenbildung

Leitung: Norbert Frank, Dipl. Päd., Bildungsmanager (Ansprechpartner) Gerhard Ernst, Dipl. Pädagoge, Dipl. Sozialarbeiter Erlebnispädagoge; Susanna Kettl, Dipl. Sozialpädagogin (Musik- und Bewegungs-erziehung), Theaterpädagogische Spielleiterin

Weitere Auskünfte und Anmeldung: Landesakademie für Jugendbildung, Postfach 1240, 71256 Weil der Stadt, Tel. 07033/5269-0, Mail: info@jugendbildung.org, kostenfreie Info-Veranstaltung am 13.12.08 (13-16.30 Uhr)
Eine detaillierte Beschreibung der Inhalte, des Ablaufs, der Termine und den genauen Konditionen kann bei der Landesakademie angefordert und unter www.jugendbildung.org abgerufen werden.