
Katrin Barth: Kulturelle Praktiken Jugendlicher im Internet
Viele der heutigen Jugendlichen sind mit Computernund dem Internet groß geworden. Kinder wachsen heute mit Interfaces1 auf, hinter denen die Maschine verborgen bleibt, wenn man sie nicht sehen möchte. Da
Computer und Internet zum festen Bestandteil im Leben vieler Menschen geworden sind, haben sich auch Kinder und Jugendliche dort ihren eigenen Raum geschaffen.
Interessant finde ich die unterschiedliche Herangehensweise an die Materie. So gab es nach Sherry Turkle schon Ende der siebziger Jahre “die hochentwickelten Subkulturen der «Hacker» und der «Hobbyisten»”,2 wobei sich Hacker mit komplexen Systemen beschäftigten und möglichst hardwarefern arbeiteten und Hobbyisten ihr eigenes, kleines System oder Netzwerk bis in das kleinste Detail zerstückelten, um verstehen und nachvollziehen zu können, wie alles funktioniert. Diese Frage nach dem «wie» und dem «warum» wird heute nur noch sehr selten laut. Oberflächen wie Windows und die Navigation durch das Internet sind einerseits so “intuitiv” und “transparent”, dass man glaubt zu verstehen, andererseits sind sie jedoch so weit entfernt von den tatsächlichen Vorgängen im Inneren, dass man beinahe vergessen hat, dass man es mit einer Maschine zu tun hat.



