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Betreuung braucht Qualifikation | MdB Jörn Wunderlich (Die Linke) begrüßt politische Ziele des BdB
hinzugefügt am 07-07-2014 von Melzer
„Eine qualifizierte Betreuung braucht qualifizierte Betreuer/innen. Es muss daher eine Qualifikation beim Zugang zum Beruf geben“, findet der Linkenpolitiker Jörn Wunderlich.

Der Bundestagsabgeordnete stimmt dem Bundesverband der Berufsbetreuer/innen zu, dass Betreuung als anerkannter Beruf etabliert werden sollte. Dies sagte der familienpolitische Sprecher der Linken im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bundesverbands der Berufsbetreuer/innen Klaus Förter-Vondey, Vorstandsmitglied Hennes Göers und BdB-Geschäftsführer Dr. Harald Freter in Berlin. „Menschen, die ihr Leben nicht mehr selbst managen können und daher auf Unterstützung angewiesen sind, haben Anspruch auf bestmögliche Qualität in der Betreuung. Qualität hat ihren Preis.“, so Wunderlich.

Die finanzielle Ausstattung von Betreuung hält Wunderlich für unzureichend. Dies zeige sich insbesondere in der Fläche, wo Betreuer viele Kilometer zurück legen müssen, um Klienten zu treffen. „Mit durchschnittlich 3,2 Stunden pro Klient und Monat sowie einem Stundensatz von 44 Euro, ist das nicht zu schaffen“, sagt der BdB-Vorsitzende Klaus Förter-Vondey. Wunderlich ergänzt: „Die Rahmenbedingungen, unter denen Berufsbetreuer arbeiten, sind aus meiner Sicht unrealistisch kalkuliert und gehören auf den Prüfstand.“

Ein neues Gutachten zur Vergütung von Berufsbetreuern/innen hat 76 Euro als realistischen Stundensatz ermittelt. Als Grundlage wurde der sogenannte „Unternehmerlohn“ eines Berufsbetreuers herangezogen, der dem Bruttolohn eines tariflich angestellten Betreuers in einem Verein oder einer Behörde entspricht. Berücksichtigt wurde die gesamte berufstypische Kostenstruktur beispielsweise für Büro, Personal, Fortbildungen oder Fahrten.

Wunderlich kündigte an, dass Die Linke den Prozess der Weiterentwicklung des Betreuungsrechts, den die Große Koalition aktuell umsetzt, kritisch begleiten wolle. Die Fortsetzung des Gesprächs wurde für den kommenden Herbst in Aussicht genommen. Zur nächsten BdB-Jahrestagung hat der Politiker sein Kommen zu gesagt.

Pressekontakt:
Bettina Melzer, nic communication & consulting GmbH
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