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DIE LINKE für Anerkennung und Stärkung der Berufsbetreuer/innen in M-V
hinzugefügt am 24-01-2017 von Melzer
Fraktion im Schweriner Landtag unterstützt Forderungen des Bundesverbands der Berufsbetreuer/innen

Schwerin, 24. Januar 2017 – Die rechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern Jacqueline Bernhardt will sich für die Durchsetzung der Sofortforderungen des Bundesverbandes der Berufsbetreuer/innen e.V. einsetzen. Dies kündigte die Politikerin nach einem Gespräch mit Vertretern der Landesgruppe MV in Schwerin an: „Ziel muss es sein, die Berufsbetreuung als eigenständigen Beruf anzuerkennen, auch um einheitliche Zugangsvoraussetzungen zu schaffen. Noch wichtiger ist allerdings, die Vergütung endlich anzupassen. Diese ist seit 2005 unverändert und wird den tatsächlichen Gegebenheiten längst nicht mehr gerecht.“

Der BdB fordert in einem ersten Schritt eine Erhöhung der Stundensätze von derzeit 44 auf 54 Euro sowie fünf Stunden pro Klient und Monat; aktuell können Berufsbetreuer nur 3,1 Stunden abrechnen. Isabel Simon, die Kampagnenbeauftragte der Landesgruppe M-V sagte: „Wir wollen alle politischen Akteure im Land für die Probleme unseres Berufsstandes sensibilisieren. Ziel ist ein durch möglichst viele Fraktionen getragener Entschließungsantrag im Landtag zur Unterstützung einer baldigen Vergütungserhöhung.“
Die Fraktion DIE LINKE will den BdB darin unterstützen.

Berufsbetreuung und Ehrenamt sieht Bernhardt als sinnvolles Tandem: „Eine älter werdende Bevölkerung sowie steigender Drogen- und Alkoholkonsum bei jüngeren Menschen lassen die Zahl der zu Betreuenden immer weiter steigen. Zudem werden die Fälle auch wegen der zunehmenden Bürokratie immer komplexer und damit zeitaufwändiger. Viele Betreuungsverfahren sind ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen. Aus Sicht meiner Fraktion darf die Berufsbetreuung auch deshalb nicht länger als Konkurrenz zur ehrenamtlichen Betreuung gesehen werden. Tatsächlich ist sie eine unverzichtbare Ergänzung.“

Die BdB-Landesgruppe M-V bereitet nun eine Darstellung der Probleme des Berufsstandes und mögliche Lösungsansätze vor. Diese sollen im Februar dem Rechtsausschuss des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern präsentiert werden.