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Klare Regeln und mehr Transparenz | Verband der Berufsbetreuer/innen in Sachsen fordert verbindliche Regeln für Qualitätssicherung und Zulassung zum Beruf
hinzugefügt am 26-05-2014 von Melzer
Der Bundesverband der Berufsbetreuer/innen in Sachsen kommentiert Medienberichte über einen internen Prüfbericht des Rechnungshofes, der fehlerhafte Betreuungsstatistiken in Sachsen kritisiert hatte.

Fred Fiedler, Sprecher des BdB in Sachsen, sagt: „Hier tritt ein grundsätzliches Problem zutage. Es fehlt an klaren Regeln. Das gilt vor allem für Zugangskriterien zu unserem Beruf und für die Qualitätsstandards, an denen wir unsere Arbeit ausrichten. Auch die Bereiche Evaluation und Betreuungsstatistik sind unklar definiert.“

Inzwischen wurde eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingerichtet, die neue Regeln für die Erhebung statistischer Daten in Betreuungsverfahren erarbeitet.

„Wir begrüßen jede Maßnahme, die mehr Klarheit und mehr Transparenz schafft. Gerne bringen wir unsere Praxisexpertise ein“, so Fiedler weiter. Darüber hinaus hat der Rechnungshof eine Reform des Betreuungswesens angemahnt. In der anstehenden Frühjahrskonferenz der Justizminister Ende Juni wird die Weiterentwicklung des Betreuungsrechts auf der Agenda stehen.

Die Kritik des Rechnungshofes am Controlling kann Berufsbetreuer Fred Fiedler nicht nachvollziehen. „Eine vollumfängliche Kostenkontrolle unserer Tätigkeit erfolgt ein Mal im Quartal durch Rechtspfleger, Bezirksrevisor und bei vermögenden Klienten zusätzlich durch einen anwaltlichen Verfahrenspfleger“, sagt Fiedler.

Der Rechnungshof kritisierte außerdem, dass Betreuer/innen mangelhaften Kontakt zu „anvertrauten Menschen“ halten. Fred Fiedler sagt dazu: „Die Kontakthäufigkeit liegt im fachlichen Ermessen des Betreuers; sie wurde vom Gesetzgeber nicht definiert.“

Berufsbetreuer beraten und unterstützen Menschen in komplexen Problemlagen, die aufgrund von Krankheit und Behinderung in ihrer Sorge für sich selbst beeinträchtigt sind und ihre Angelegenheiten nicht oder nicht mehr vollständig selber besorgen können.

Dafür stehen Berufsbetreuern durchschnittlich 3,2 Stunden pro Klient und Monat zur Verfügung. „Das reicht hinten und vorne nicht. Deshalb arbeiten viele unserer Kollegen in der Regel zusätzlich ehrenamtlich für ihre Klienten. Auch und gerade, um den persönlichen Kontakt zu pflegen.“

Pressekontakt:
Bettina Melzer, nic communication & consulting GmbH, Danckelmannstraße 9b, 14059 Berlin
Tel: 030 – 30 30 63 0, email: bm@niccc.de