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Daniel Freitag: Faszinationselemente in Computerspielen - Erkenntnisse von Fachjournalisten und Wissenschaftlern im Vergleich.
hinzugefügt: 21-05-2007
"Es ist der 28. April 2005. Die Süddeutsche Zeitung lädt in ihren Münchener Räumlichkeiten
zu einem öffentlichen Forum ein. Das Thema ist „Gewalt in Computerspielen“. Der Termin ist
nicht ohne Bedacht gewählt, denn zwei Tage zuvor jährte sich zum zweiten Mal der Amoklauf
eines Erfurter Gymnasiasten. Dazu war es Medienberichten zufolge auch deshalb
gekommen, weil der Schüler regelmäßig Ego-Shooter spielte.
Geladene Gäste des Forums sind zwei Vertreter der Wissenschaft, ein Redakteur des
Jugendmagazins „Neon“, der deutsche Geschäftsführer eines renommierten Computerspieleherstellers
sowie ein Schulpsychologe und ein „geläuterter Spielefreak“. Moderiert wird das
Forum vom Kulturredakteur der Süddeutschen Zeitung Bernd Graff. Während der über
zweieinhalbstündigen Diskussionsrunde formen sich sowohl im Publikum als auch auf der
Expertenbühne verschiedene Lager: auf der einen Seite die Verteidiger des Spielemediums
Computer – überwiegend Personen jeden Alters, die selbst schon einmal Computerspiele
gespielt haben oder spielen – auf der anderen Seite deren Gegner – meist besorgte Eltern
und Psychologen. Wie schon bei früheren Debatten im Bezug auf die schädliche Wirkung
von Comics oder Videos verteidigen Spieler und Produzenten ihr Hobby bzw. Geschäft gegen
alarmierte Medien und Erziehungsberechtigte. Heute wissen wir, dass die negativen
Auswirkungen dieser damals so gefürchteten Medien weitaus überschätzt wurden. Da
jedoch Negativismus im Journalismus einen vergleichsweise hohen Nachrichtenwert besitzt,
werden solch monokausale Wirkungen und sensationalistische Übertreibungen gern
gedruckt oder gesendet. Die tatsächlichen, natürlich nicht annähernd so einfach erklärbaren,
Hintergründe exzessiven Computerspielens und der damit in Bezug gebrachten Gewalttaten
kommen dadurch zu kurz...." (Einführung in die Thematik)