
Karsten Weber: Gewalt in den Medien - Befunde der Medienwirkungsforschung
Diskussionen über die negativen Einflüsse der Medien gab es immer dann, wenn ein neues Medium auf breiter Front eingeführt wurde. Zeitung, Film, Rundfunk, Fernsehen und in neuerer Zeit Computer(-spiele) und das Internet sind Gegenstand dieser Diskussionen. Immer kreiste die Debatte auch um Gewaltdarstellungen in den Medien. Die Frage, ob entsprechende Inhalte der Medien auf das Gewaltpotential und ?verhalten der Konsumenten Wirkung haben kann, war und ist ein zentrales Thema. Leider entwickelt sich die neuere Debatte um die Wirkungsfrage der Gewaltdarstellungen zu einer beinahe schon ideologisch zu nennenden Polemik, deren Inhalt kurz mit „Je weniger Gewalt in den Medien, desto weniger Gewalt in der Realität“ beschrieben werden kann. Gewalt wird dabei zu einem medialen Ereignis in dem Sinne, daß sie massenhaft in den Medien präsent ist, daß die Folgen dieser Präsenz wiederum in den Medien diskutiert wird und auch in dem Sinn, daß Gewalt als Erlebnis der Menschen scheinbar eher ein mediales als ein tatsächliches Ereignis ist.(1tes Kapitel)



