C. Wolfgang Müller - Helfen und Erziehen
hinzugefügt: 12-06-2001
Soziale Arbeit im 20. Jahrhundert. Edition Sozial 2001. 264 Seiten. Broschiert. DM 39,80

ISBN 3-407-55842-2

Das Berufsfeld der Sozialen Arbeit ist im letzten Jahrhundert durch die Annäherung und Verbindung zweier Tätigkeitsfelder, der Sozialarbeit und Sozialpädadagogik, entstanden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese Bereiche getrennt, die Sozialarbeit wurde durch die Wohlfahrtspflegerinnen und die Sozialpädagogik durch die Erzieherinnen verkörpert. Die historische Entwicklung dieser beiden Reformbewegungen zu einem einzigen großen Arbeitsbereich und eventuelle Tendenzen für die Zukunft erläutert C. Wolfgang Müller in seinem Buch „Helfen und Erziehen“.
Im ersten Teil des Buches schildert er detailliert die verschiedenen Strömungen und Bewegungen während des letzten Jahrhunderts, die Einfluß auf die Entstehung des Berufsfeldes der Sozialen Arbeit nahmen, einige eher mit erzieherischen Absichten andere hatten eher einen wohltätigen Charakter. Beginnend mit der Bedeutung des Werkes „Das Jahrhundert des Kindes“ von der schwedischen Frauenrechtlerin Ellen Kay, über die karitativen Tätigkeiten innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung, erster reformpädagogischer Bewegungen, dem Mißbrauch sozialpädagogischer Konzepte während der Nazi-Diktatur, u.v.m. bis hin zu der organisierten und verwalteten Sozialen Arbeit der 90er Jahre.
Auf die Beachtung und Bedeutung dieser einzelnen Strömungen für das 21. Jahrhundert geht C.W. Müller im zweiten Teil seines Buches ein. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß „Erziehen und Helfen“ von C.W. Müller insbesondere Studierenden und Praktikern in der Sozialen Arbeit die historische Entwicklung ihres Berufes, ihrer Berufsfelder und ihrer Berufstätigkeiten verständlich macht. Es kann einen Beitrag dazu leisten, daß die häufig aufretende Unsicherheit bei der Benennung dieses Berufsfeldes, nicht zuletzt sichtbar durch die halbherzige Wortverbindung Sozialarbeit/Sozialpädagogik, beseitigt werden.


Erschienen im Beltz Verlag.

Rezension von Dörthe Heien