Friedrich Schweitzer, Anke Edelbrock, Albert Biesinger (Hrsg.): Interreligiöse und Interkulturelle Bildung in der Kita
hinzugefügt: 18-03-2012
Eine Repräsentativbefragung von Erzieher(innen) in Deutschland – interdisziplinäre, interreligiöse und internationale Perspektiven 2011, Interreligiöse und Interkulturelle Bildung im Kindesalter, Band 3, 248 Seiten, broschiert, 24,90 €, Gefördert durch die Stiftung Ravensburger Verlag

ISBN 978-3-8309-2580-4;
ISSN 21-91 2114


Herausgeberschaft
Friedrich Schweitzer, Albert Biesinger, Anke Edelbrock (Hg.),
Prof. Dr. theol. Friedrich Schweitzer, Jg. 1954,Professur für Praktische Theologie / Religionspädagogik - Universität Tübingen. U.a. beachtete Bundesweite Studie zur Konfirmandenarbeit.
Dr. theol. Anke Edelbrock, Seit 2006/07 Akademische Rätin Fach Evangelische Theologie.
Prof. Dr. theol. Albert Biesinger, Jg.1948 in Tübingen,
2006 Wissenschaftl. Beirat für European Journal of Mental Health, Individual, Family, Community and Society.
U.a. Forschungsprojekte: Werteerziehung und religiöse Erziehung in Familien und Kindertagesstätten.
Das Buch enthält Beiträge von gesamt 18 Autoren.

Verlagsangabe - gekürzt - :
Längst hat die religiöse Vielfalt auch die Kindertageseinrichtungen in Deutschland erreicht. Aber wie steht es um interreligiöse Bildung in solchen Einrichtungen? Dieser Frage war erstmals eine Repräsentativuntersuchung gewidmet, deren Ergebnisse in diesem Band berichtet werden. Wichtige Befunde betreffen schon die Voraussetzungen interreligiöser Bildung: Welche Religionszugehörigkeiten haben die Kinder in den Einrichtungen? Im Zentrum stehen die Wahrnehmungen der Erzieherinnen, die hier von der Praxis in ihren Einrichtungen sowie von den darauf bezogenen Herausforderungen berichten.

Insgesamt zeigt sich, vor allem angesichts der hohen Zahl muslimischer Kinder, ein erheblicher Nachholbedarf bei interreligiöser Bildung. Daran haben offenbar auch die neuen Orientierungs- und Bildungspläne nur wenig geändert, zumal es bislang an empirisch fundierten Ergebnissen für diesen Bereich weithin fehlt.

Verlag
WAXMANN Verlag GmbH: Internationaler Wissenschaftsverlag mit Sitzen in Münster, Berlin, München und New York publiziert hochwertige Beiträge aus den verschiedensten Disziplinen der Forschung.
Quelle: www.Waxmann.de

Stiftung Ravensburger Verlag
Die Stiftung Ravensburger Verlag fördert soziales und kulturelles Umfeld von Kindern und Familien. Die Stiftung wurde im Mai 2000 errichtet. Vorstand und Gesellschafter der Unternehmensgruppe Ravensburger AG wollen damit etwas für das Gemeinwohl tun.
Quelle: www.ravensburger.de

Inhalt - gekürzt -:
Teil 1: Interreligiöse und interkulturelle Bildung in der Kita
Befunde, Diskussionen, Perspektiven
Teil 2: Weitere Befunde der Tübinger Studie
Vertiefte Auswertung der Tübinger Studie

Anhang
Fragebogen (vollständig, aber verkleinert): Alltag im Kindergarten/ Kindertagesstätte und verschiedene Auswertungsangaben

Entstehungshintergrund
Der vorliegende dritte Band ist den Befunden aus einer Erzieher(innen)befragung gewidmet.
(Zur Kinderbefragung in den Kitas besteht eine gesonderte Veröffentlichung mit dem Titel:“ Wie viele Götter sind im Himmel?“ – siehe Rezension auf dieser Internetpräsenz).
Das Forscherteam ist auf die Frage gestoßen, wie Kindertagesstätten mit religiösen Unterschieden umgehen können. In Wissenschaft und Praxis wird diese Fragestellung weithin vernachlässigt. Die Autoren wollen mit dem Projekt Möglichkeiten aufzeigen, die wissenschaftliche Diskussion zu sensibilisieren und die Praxis zu verbessern.
Quelle: Dr. A. Edelbrock, Antwort mail vom 20. 01. 2011 an den Rezensenten, bearbeitet

Bewertung:
Alle Beiträge bieten empirische Befunde von Kennern, sowohl der Praxis und der religionspädagogische Theorie der Universität. Die Deutungsperspektiven entstammen einer speziellen Studie: der Tübinger Studie; einer Erforschung die es so noch nicht gibt. Mit dem dritten Band ist die Forschung zu diesem Thema sehr umfassend: Es gab grundsätzliche Vorstellungen und je eine Befragung mit Auswertung und Wertung der Beteiligten Eltern und Erzieher(innen). Diese „Breite und Tiefe“ der Betrachtungen liefern sichere beachtenswerte Erkenntnisse in „Hülle und Fülle“. Beispiel: Seite 50 ff – auch durch Ausbildung und Fortbildung fühlen sich die Erzieher(innen) nicht ausreichend auf die interreligiöse Erziehung vorbereitet, möglicherweise weil die Defizite hierzu auf anderen Ebenen bestehen.

Zielgruppe:
Das Buch ist den Führungskräfte im Kindertagesstättenbereich und Vertretern der Migrationsorganisationen/Kirchenorganisationen für den Dialog mit den Fachkräften gewidmet.

Fazit:
Das Buch ist einer anspruchsvollen theoretischen Argumentation zur religiösen Differenzwahrnehmung im Kindesalter überaus zu empfehlen. Es ist geeignet, vorbereitet den nötigen Dialog mit den Vertretern und Fachkräften in den Einrichtungen und Migrationsorganisationen/Kirchenorganisationen aufzunehmen.

Rezensent:
Peter Habura
Dipl.-Sozialarbeiter i.R.
Grevenbroich – NRW -
E-Mail: Kragen74@aol.de