Aufenanger, Stefan/ Schulz-Zander, Renate/ Spanhel, Dieter (Hrsg.) - Jahrbuch Medienpädagogik 1
hinzugefügt: 17-10-2001
Schriften der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Herausgegeben im Auftrag der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft 2001. 469 Seiten. Kart. 60,- DM/54,50 SFr/438 ÖS
ISBN 3-8100-2895-9

Die öffentlichen Diskussionen um Medien, Medienwirkung und Fragen der Medienerziehung und Medienpädagogik werden immer wieder aufgegriffen. Aus diesem Grund ist das Anliegen der Herausgeber, ein Jahrbuch der Medienpädagogik herauszubringen nicht nur sinnvoll, nein es ist geradezu notwendig. Das Jahrbuch erfüllt gleich mehrere Zwecke. Es bringt den Leser auf den aktuellen Stand der Medienforschung, es dokumentiert die Tendenzen dieser Disziplin und es soll dazu beitragen ein disziplinäres Selbstverständnis zu entwickeln. Das Jahrbuch ist das erste aus einer geplanten Reihe, welche jährlich eine Publikation hervorbringen soll. Parallel zu dem Jahrbuch Medienpädagogik I ist auch das Jahrbuch Medienpädagogik II erschienen, welches sich mit der Bedeutung der Medienpädagogik in pädagogischen Ausbildungsgängen, dem Neuen Lernen mit alten und neuen Medien und der Alltagsästhetik befaßt.
Die 25 Artikel des Sammelbandes des Jahrbuch Medienpädagogik I sind grob in die vier Themenkomplexe Medienpädagogik, Medienkompetenz, Lernen mit Medien und Medien und Kommunikation gegliedert.
Im Kapitel Medienpädagogik befinden sich z.B. Artikel von Michael Charlton („Familie und Kinder in der Mediengesellschaft“) und Ingrid Paus-Haase („Vom Bewahren zum Wahrnehmen und Verstehen - Medienpädagogische Konzepte in unserem Informationszeitalter“).
Das Kapitel „Medienkompetenz“ beinhaltet u.a. einen Artikel von Stefan Aufenanger („Multimedia und Medienkompetenz – Forderungen an das Bildungssystem“) und von Dieter Baacke („Die Familie im Informationszeitalter - Medienkompetenz als Herausforderung“).
Mit „Computern in die Grundschule – ein Evaluationsbericht“ (Heinz Moser) und der
„Nutzung von Multimedia – ein Weg zur Verbesserung schulischen Lehrens und Lernens?“ (Gerhard Tulodziecki) beschäftigen sich die Autoren im Kapitel „Lernen mit Medien“.
Im abschließenden Kapitel „Medien und Kommunikation“ befassen sich die Autoren beispielsweise mit
„der Bedeutungskonstitution als kulturelle Aktivität der Rezipienten – Wie virtuelle Texte entstehen“ (Ben Bachmair) oder mit „Manga & Anime“ (Ralf Vollbrecht). Letzterer bietet einen sehr guten Einstieg in das Thema, welches z.Zt. nicht nur in Comics, sondern besonders im Fernsehen an Beliebtheit gewinnt.
Die Artikel können auf Grund ihrer Länge (ca.20 Seiten) natürlich keine vollständiges Bild der Themen liefern. Ziel ist es vielmehr, Ergebnisse der aktuellen Diskussionen zu formulieren. Neben der Aktualität ist die Breite der Themen besonders hervorzuheben, so daß der Leser neben den sehr informativen Artikeln auch noch gute Einstiegsmöglichkeiten erhält, um die Themen vertiefen zu können.

Erschienen im VS_Verlag.

Rezension von Jörg Warras