Andreas Mehringer - Eine kleine Heilpädagogik
hinzugefügt: 27-11-2001
11. Auflage, Kinder sind Kinder Bd.12, 2001, 98 Seiten, 19,80 DM. 10,12 Euro. öS 145,-. SFr 19,-.
ISBN 3-497-01589-x

Wie soll jemand, der kein gelernter Heilpädagoge ist, mit schwierigen Kindern umgehen, die nicht das (mitunter zweifelhafte) Glück haben, eine Therapie machen zu können oder in einer gesonderten heilpädagogischen Einrichtung betreut zu werden?
Auf diese Frage hin ist dieses Taschenbuch in inzwischen 11. Auflage von Andreas Mehringer (erstmalig als Aufsatz im Heft 4/1975 der Zeitschrift für Jugendhilfe in Praxis und Wissenschaft "Unsere Jugend") entstanden. Mit der 7. Auflage entwickelte er die "sieben Regeln" der heilpädagogischen Erziehung und die beiden letzten Kapitel:
- Vom Zusammenwirken der Helfer,
- Ansätze zum Vorbeugen und
- Bemerkungen über unsere Erziehungssituation.

Hauptsächlich geht es Dr. A. Mehringer, dem ehemaligen Heimleiter, darum, Personen und Fachkräfte, die mit den Kindern zu tun haben, die „von Haus aus gesund“, aber durch soziale Faktoren gefährdet oder geschädigt sind, Mut zu machen.
Um Kinder mit hauptsächlich organischen Defekten geht es in diesem Buch also nicht, sondern um Verhaltensstörungen bei Kindern, deren Grundbedürfnisse, so Mehringer, auch heute noch nicht erfüllt werden. Er weist vor allem darauf hin, wie wichtig es bei diesen so genannten "schwierigen" Kindern ist, sie nicht am Defekt orientiert, sondern als ganz wahrzunehmen und sie dort abzuholen, wo sie - auch im Hinblick auf ihre individuelle Biografie - stehen. Die Zahl der Kinder mit Verhaltenstörungen stehe in keinem Verhältnis zu der möglichen Zahl der Fachspezialisten und der therapeutischen Einrichtungen. Mehringer gibt mit dieser kleinen Heilpädagogik Rat aus seiner langjährigen Erfahrung, die er mit Kindern und Jugendlichen im Heim gemacht hat. Oft tauchen kurze Darstellungen von Fallbeispielen auf, um eine Überleitung für das praktische Verständnis zu erhalten.

Das Buch hilft ErzieherInnen, LeherInnen und Leitern von Kinder- und Jugendgruppen, angehenden Heilpädagogen, sowie Sozialpädagogen und nicht zuletzt Eltern, Pflege -und Adoptiveltern.

Erschienen im Ernst Reinhardt Verlag.

Rezension von Claudia Schütte