Susanne Dank - Geistigbehinderte lernen den Umgang mit dem Längenmaß
hinzugefügt: 17-10-2002
2. Aufl. 1995, 84 S., Format DIN A4, geh 9,60 Euro • 17,65 sFr
ISBN 3-8080-0262-X

Den Unterrichtsbereich der Mengen, Zahlen und Größen für Schüler und Schülerinnen mit geistiger Behinderung von vornherein auszuklammern, hieße, dass sie unter anderem nie die Möglichkeit haben werden, Konkretes für einen selbstbestimmten Alltag zu erlernen wie zum Beispiel die Uhr lesen zu können oder mit Geld umgehen zu können, kochen zu können oder sogar ein Telefongespräch zu führen. Ähnlich wie bei dem Lehrgang B: Sprache „Geistigbehinderte lernen ihren Namen lesen und schreiben“ (welches ebenfalls bei buch-sozial vorgestellt wurde), ist es auch beim Erwerb von mathematischen Kompetenzen sinnvoll, sich an ein Konzept wie dieses zu halten, dem einerseits eine langfristige und systematische Planung vorausgeht und welches andererseits den Lernstoff in pragmatische Teilfertigkeiten eingrenzt, die aus den verschiedenen aufeinander aufbauenden Unterrichtseinheiten hervorgehen.

Die Bedingung bei der Planung des Unterrichts für Schüler und Schülerinnen ist, dass immer der Zusammenhang zur Lebenswelt, vor allem zu aktuellen und bedürfnisorientierten Tätigkeiten des Lebensalltags der SchülerInnen besteht, die über die Unterrichtsstunden hinaus für die SchülerInnen anzuwenden sind.
Im Vordergrund dieses Lehrgangs „Geistigbehinderte lernen den Umgang mit dem Längenmaß „ aus der Reihe A: Mengen, Zahlen und Größen steht das fundamentale Erarbeiten von Mathematik durch die Anbildung eines globalen Mengenverständnisses, Klassifikationsleistungen, das Herstellen von Beziehungen und Zuordnungen, der Aufbau des Zahlenraumes und der Erwerb elementarer Rechentechniken, der jeweils mit anschaulichen und qualitativ guten Unterrichtshilfen vorgestellt wird.

Diese Übungsreihe ist sinnvoll für die Arbeit mit SchülerInnen, die bereits über eine Reihe von Lernvoraussetzungen verfügen (dieses ist das Heft 5), weil ohne diese sonst eine Überforderung entstehen könnte. Bereiche wie die Motorik können teilweise kompensiert werden, andere Bereiche sollten bereits durch Kognitions- und Wahrnehmungsförderung geschult werden, bevor Unterricht mit dieser Schwierigkeitsstufe durchgeführt werden kann, was natürlich grundsätzlich von den Lehrkräften jeweils differenziert einzuschätzen ist.

Erschienen im verlag modernes lernen.

Rezension von Claudia Schütte