Ute Dithmar / Angelika Enkler / Lotte Rose (Hrsg.) - Körperbilder - Körperszenen
hinzugefügt: 25-02-2002
Bewegungstheater als Medium der körper- und bewegungsorientierten Mädchenarbeit. und Gewalt. 1998. 90 Seiten. 16,80 DM. Marburger Beiträge zur Sozialarbeit mit Sport und Bewegung. Band 8.
ISBN 3-923217-79-X

Koedukation in der Jugendarbeit war als emanzipatorisches Konzept gedacht, um die Chancenungleichheit von Mädchen ab zu bauen und festgelegte Geschlechtsrollen zu überwinden. Doch besonders im Sport zeigt sich, dass diese Ansprüche nicht erfüllt werden. Vielmehr orientiert er sich an männlichen Leistungsidealen und führt damit die Ungleichbehandlung von Frauen fort. Die Autorinnen zeigen in ihrem Buch Möglichkeiten auf, an geschlechtstypischen Bewegungserfahrungen von Mädchen, wie Tanz oder Gymnastik an zu knüpfen und daraus neue Angebote zu entwickeln. Den Frauen kann somit die Möglichkeit geboten werden, erweiterte Bewegungserfahrungen zu sammeln und aus ihrem begrenzten Raum hinaus zu treten.
Im Rahmen dieses Projektes wurde mit Hilfe von „Schwarzem Theater“ und Schattentheater versucht, dieses theoretische Vorhaben zu realisieren. Zielgruppe waren dabei Frauen aus sozial benachteiligten Lebenslagen, die in ihren Lebensperspektiven doppelt zurückgeworfen sind, sowohl als Angehörige des weiblichen Geschlechts, als auch als Angehörige einer sozial benachteiligten Randgruppe.
Die Autorinnen geben zunächst einen kurzen, aber prägnanten und seht gut lesbaren Überblick über die Reproduktion von Schönheitszwängen in weiblichen Lebensläufen, sowie über die Bedeutung der Körperlichkeit in Gewaltzusammenhängen. Im zweiten Teil wird die Funktionsweise des „Schwarzen Theaters“ und des Schattentheaters sehr anschaulich erklärt. Daran schließt sich ein Bericht über die pädagogischen Chancen des „Schwarzen Theaters“ und des Schattentheaters an. Schließlich folgt ein Bericht über das „Schwarze Theater“ als integratives Element in der außerbetrieblichen Ausbildung zur Damenschneiderin.
Insgesamt ist das Buch sehr zu empfehlen, da es angenehm lesbar ist und zudem gut nach zu vollziehende Praxisvorschläge bietet. Empfehlenswert ist das Buch für alle diejenigen, die sich mit Mädchen- und Frauenarbeit im weitesten Sinne beschäftigen.

Erschienen im Afra Verlag.

Rezension von Jacqueline Diercks