Arnold A. und Clifford N. Lazarus: Der kleine Taschentherapeut - In 60 Sekunden wieder o.k.
hinzugefügt: 8-07-2004
Klett-Cotta, Stuttgart 8. Auflage 2003, 259 Seiten, broschiert Preis: 12,50 EUR

ISBN 3-608-91972-4

Ideal dazu geeignet in Hemd- oder Jackentasche verstaut zu werden, geht „Der kleine Taschentherapeut“ mittlerweile in die 8. Auflage, und seine knappen, praktischen Empfehlungen scheinen sich nach wie vor einer großen Popularität zu erfreuen.

Die amerikanischen Autoren Lazarus (Vater und Sohn), beide als Psychotherapeuten tätig und für eine Vielzahl von Publikationen verantwortlich, haben aus einer Reihe von Radiosendungen zu Fragen seelischer Gesundheit insgesamt 116 inhaltlich-abgerundete Texte zusammengestellt. Der Bogen spannt sich von eher banalen Gegebenheiten („Nehmen sie das Leben mit Humor“, „Niemand ist vollkommen!“) bis zu Störungen und deren Behandlung, die in der Psychiatrie anzutreffen sind (Depression, Ängste, Psychotherapieverfahren).

Das Hauptaugenmerk liegt vornehmlich auf Alltagssituationen, wie sie jedem von uns stets begegnen und bisweilen das Leben erschweren. Mir persönlich haben bsp. die kompakten Informationen zum Stress, zu Zwängen oder Vermischtes („Koffeinabhängigkeit“, „Hypnose“, „Sich selbst erfüllende Prophezeiungen“) im hinteren Teil besonders gefallen. Ich denke, es liegt an der Mixtur von bekannten Sachverhalten und dem Einflechten psychologischen Wissens, die von den Verfassern souverän vermittelt wird.

Unterteilt in 10 große Blöcke (u.a. „Denken Sie sich gesund“, „Gelingende Beziehun-gen“ oder „Effizient kommunizieren“) findet sich allerhand Interessantes, das ebenso zum Verweilen einlädt und auch im Sommer als Strandlektüre Einsichten in Grundlagen der Psychologie gewährt, ohne dabei den Geist zu strapazieren. Kleine Fall-Konstruktionen verdeutlichen die Brauchbarkeit im zivilen oder therapeutischen Alltag; ein Register sowie einige Literaturtips runden das Ganze ab.

Eine Psychotherapie oder Beratung kann das Buch nicht ersetzen. Es kann aber ergänzend bzw. begleitend den individuellen und zwischenmenschlichen Alltag bereichern und manchmal Anregungen bieten, wenn der Lebensfluss ins Stocken geraten ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Rezension von Michael Horn